Bevor Wim Wenders Ende 1983 mit den Dreharbeiten zu seinem Film Paris, Texas begann, durchstreifte er, ausgerüstet mit einer Makina Plaubel 6 x 7, den amerikanischen Westen. Mehrere Monate lang betrieb
er in Texas, Arizona, New Mexico und Kalifornien mit dem Photoapparat Motivsuche und erlag dabei der Faszination jener unendlichen licht- und farbengetränkten, von flüchtigen Spuren einer grellen
Zivilisation nur spärlich durchsetzten Weite einer Landschaft, die auch im 20. Jahrhundert nicht von ihrer fast mythischen Suggestivkraft eingebüßt hat.
Das Auge des Filmers nimmt seine Umgebung in optisch und atmosphärisch wirksamen Ausschnitten wahr, registriert sie als szenisch verwertbare Bilder. Beide Elemente, Wenders’ professioneller Blick und das
ganz subjektive Staunen des Europäers, der im Westen das Ursprungsland des „American Dream“ zu entdecken glaubt, machen den einzigartigen Reiz dieser Sammlung von Landschafts- und Städteportraits aus.
